
Was ist Autismus?
Autismus ist eine komplexe und vielfältige neurologische Entwicklungsbedingung. Er wird häufig als eine Besonderheit der Informations- und Wahrnehmungsverarbeitung beschrieben, die Einfluss auf die Entwicklung sozialer Interaktionen, der Kommunikation sowie auf Verhaltensweisen und Interessen hat.
Diagnose „Autismus“
Autismus wird als eine neurologische Entwicklungsvariante verstanden, die in den internationalen Diagnosekriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in der ICD-10 unter dem Code F84 erfasst ist. Dort werden unter anderem frühkindlicher Autismus (F84.0), das Asperger-Syndrom (F84.5) sowie atypischer Autismus (F84.1) beschrieben.
In der Praxis lassen sich diese Kategorien jedoch oft nur schwer voneinander abgrenzen, da autistische Ausprägungen sehr individuell sind und fließend ineinander übergehen. Daher wird heute zunehmend der Begriff Autismus-Spektrum-Störung (ASS) als Sammelbezeichnung für die Vielfalt autistischer Erscheinungsformen verwendet.
Merkmale
Autistische Merkmale können sich bereits in den frühen Lebensjahren zeigen. Sie betreffen insbesondere drei Bereiche, die sich von Person zu Person unterschiedlich stark und auf unterschiedliche Weise ausdrücken:
- die Gestaltung sozialer Beziehungen und Interaktionen,
- die Kommunikation und den Austausch mit anderen,
- sowie wiederkehrende Interessen, Routinen oder Verhaltensweisen, die Struktur und Sicherheit geben können.


„Ein Mensch kann sein Ich (Selbst) nur entwickeln, wenn ein anderer ihm ein spürbares Du ist.“
Nach aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand entsteht Autismus durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren, wobei insbesondere genetische und neurobiologische Einflüsse eine wichtige Rolle spielen. Autistische Ausprägungen stehen im Zusammenhang mit einer besonderen neurologischen Entwicklung des Gehirns, die mit einer veränderten Verarbeitung von Sinnes- und Umweltreizen einhergeht.
Viele autistische Menschen erleben Unterschiede vor allem in der sozialen Interaktion und in der Kommunikation. Darüber hinaus können sich intensive oder fokussierte Interessen sowie wiederkehrende Verhaltensweisen zeigen, die häufig Struktur, Orientierung und Sicherheit bieten.
Begleitend können bei manchen Personen zusätzliche Herausforderungen auftreten, etwa in Form von Ängsten, Zwängen, Schlaf- oder Essschwierigkeiten oder anderen Belastungen. Diese können für die betroffenen Menschen selbst ebenso wie für ihre Familien und ihr soziales Umfeld herausfordernd sein und machen häufig eine unterstützende, verständnisvolle Begleitung erforderlich.
Nach der Diagnose sind wir für Sie da:
- Begleitung bei Ämtergängen (Hilfeplangesprächen)
- Unterstützung und Beratung des Umfeldes
- Informationsaustausch und Zusammenarbeit mit Diagnosestellen
